4hufeimglueck | Luna
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Category
Patentiere, Stuten

+ In einer Pflegestelle in 26197 Huntlosen +

 

Unsere schöne Luna sollte eigentlich ca. 11 jährig alt sein…so haben wir sie aus Portugal von einer Auffangstation übernommen. Nun war jedoch der Zahnarzt da und meinte 20 Jahre käme wohl eher hin. Ein Blick in die Papiere bestätigte die Aussage. Wir finden 20 ist ein tolles Alter für ein Pferd. Nur sollten Interessenten wissen, dass sie mit Luna kein Reitpferd bekommen werden. Luna hat wohl schon einiges hinter sich und eine Osteopathin ist auch schon dabei ihren Rücken zu behandeln. Hier zeigt sie Schmerzen und Verspannungen und auch eine Blockade hatte sie mitgebracht. Wir wünschen ihr also, dass sie keinen Menschen mehr tragen muss. Stattdessen suchen wir für Luna ein schönes Zuhause mit einer tollen Aufgabe. Luna ist noch sehr zurückhaltend aber auch sehr schlau. Sie lernt gerne dazu und wird gerade vorsichtig im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu einem Therapiepferd ausgebildet. Dafür ist sie bei unserem Kooperationspartnern von Beziehung-s-Weise in der Nähe von Bremen gut untergebracht. Wir sind gespannt über ihre Entwicklung. Für Luna suchen wir auch Paten, die uns bei den Kosten für ihre Unterbringung, der tierärzlichen Versorgung und ihrer Ausbildung zum Therapiepferd unterstützen.

Update:
Bericht Pflegestelle „Luna“ – Stand August 2020

Luna kam im Oktober 2019 gemeinsam mit ihrem Fohlen in einem erbärmlichen Zustand bei uns an (was nichts über die vorherige Pflegestelle aussagen soll – ich kann mir durchaus vorstellen, dass dort bereits eine Verbesserung erzielt wurde).
Mager, Hüfte schief und insgesamt verdreht, Hinterhand und Rücken kaum bemuskelt, kaum Gleichgewicht. Wir hatten manchmal Sorge, dass sie beim Versuch, Pferden oder Menschen auszuweichen, bereits im Schritt in Wendungen umfallen könnte; gestolpert ist sie oft genug. Im Umgang war sie zwar stets freundlich, aber völlig verängstigt. Auf Situationswechsel reagierte sie panisch bis apathisch. Sie ging z.B. nur mit großen Schwierigkeiten durch Tore aller Art, selbst wenn auf der anderen Seite frisches Gras lockte, das sie am Vortag da auch schon gefressen hatte. Was nicht direkt weh tat, ließ sie meist passiv über sich ergehen (Putzen, Parasitenbehandlungen…), sie unternahm auch keinen Versuch, ihr Fohlen vor Menschen oder anderen Pferden zu schützen. Beim ersten Besuch unseres – wirklich sehr freundlichen – Hufschmiedes brach sie buchstäblich schlotternd zusammen. Wir mussten den Termin abbrechen, weil sie mehrfach mit den Vorderbeinen wegknickte und ein Sturz nur durch sofortiges Zurückziehen aller Menschen zu verhindern war.
Luna hat sich innerhalb der letzten 10 Monate erstaunlich gut erholt und entwickelt. Dazu haben u.a. eine intensive osteopathische Behandlung und eine gezielte Fütterung mit Nahrungsergänzungsmitteln beigetragen. Sie ist jetzt ein körperlich gesundes Pferd, immer noch zurückhaltend und leicht zu ängstigen, aber deutlich am Kontakt zu Menschen und gemeinsamen „Unternehmungen“ interessiert. Je besser es ihr körperlich geht, desto eher ist sie aber auch bereit, sich zu wehren, wenn ihr etwas nicht gefällt (Aufhalftern im „falschen“ Moment, Hufschmied…). Luna ist sehr intelligent und lernfähig, sie braucht bei all ihrer Gutartigkeit Menschen, die eine gute Balance zwischen klarer Führung/ Grenzen und bedrohlichem Verhalten finden – erste Ansätze, dass sie bei allzu übertriebener Rücksichtnahme auf ihre Ängstlichkeit durchaus selber versuchen könnte, die Menschen „herumzuschubsen“, sind zu erkennen gewesen. In der Herde bleibt sie rangniedrig und zurückhaltend.

Pferdezahnärztin:
Luna wurde am 30.11.2019 (unter Sedierung) intensiv zahnärztlich behandelt, dabei stellte sich auch heraus, dass sie ungefähr 20 Jahre alt sein muss. Die Pferdezahnärztin stellte bei einer Folgeuntersuchung im Mai 2020 fest, dass die Zahnsituation sich stabilisiert hat und (abgesehen natürlich von weiteren regelmäßigen Kontrollen) kein aktueller Handlungsbedarf mehr besteht.

Hufschmied:
Luna hat harte Hufe ohne besondere Fehlstellungen und kann problemlos barfuß laufen. Problematisch ist nur das notwendige Ausschneiden – „fremder Mann mit Werkzeug“ ist einer ihrer Paniktrigger. Nach den Erfahrungen beim oben beschriebenen ersten Termin hatten wir schon Sorge, sie für den Schmied sedieren zu müssen, haben aber mit Geduld und Tricks eine andere Lösung gefunden:
Wichtig sind vor allem Ruhe und Zeit. Sobald Menschen auch nur den normalen Termindruck von „und da sind noch drei weitere Pferde zu schneiden“ erkennen lassen, wird es schwierig. Bei Hektik lieber einen neuen Termin vereinbaren, unfreundliche Hufschmiede gar nicht erst ausprobieren. Luna wird bei uns auf dem Auslauf ausgeschnitten, auf dem sie auch sonst herumläuft – selbst der vertraute Putzplatz neben dem Auslauf macht den „Mann mit Werkzeug“ gefährlicher. Natürlich geführt von einem vertrauten Menschen, der ihr gut zuredet. Und schließlich darf sie während der ganzen Prozedur den Kopf im Futtereimer versenken und sich mit Müsli ablenken – das hilft ihr, sich in nichts reinzusteigern, und uns ist eine Extraration Müsli allemal lieber als eine Sedierung. Dann wird sie auch damit fertig, dass ihr das Ausweichen und Rumhampeln deutlich verboten wird.

Training/Reiten:
Luna weicht dem Aufhalftern häufig aus, je nach Tagesform ist oft erst etwas kraulen oder Freiarbeit nötig. Überraschungen mag sie gar nicht – hat man sie einmal überrumpelt und „eingefangen“, weil es schnell gehen sollte, wird sie sich am nächsten Tag umso länger wegdrehen. Wenn mein Sohn dagegen ohne Halfter, aber mit Bürste auf die Weide kommt, ist sie immer gern dabei. Sie lässt sich gerne und weitgehend problemlos putzen – zu viel Gezuppel an der Mähne mag sie z.B. nicht und weicht aus. Beim Führen folgt sie schlecht, geht sehr langsam und bleibt z.B. an Toren stehen. Das müsste weiter geübt werden.
Verblüffend, aber sehr deutlich: Wird sie freundlich und gemütlich darangeführt, hat Luna gar nichts dagegen, einen Menschen zu tragen – es hebt sogar sichtbar ihr Selbstwertgefühl! Und körperlich spricht, bei langsamem Training und Muskelaufbau, nichts mehr dagegen. Da sie auf die zuerst vom Ostheopathen empfohlenen Übungen am Boden nicht gut reagierte – ich musste für Seitengänge mehr Druck aufbauen, als ihr psychisch gut tat – wurde mein 45kg-Sohn als Übungsgewicht eingespannt. Und siehe da: mit Kind drauf spazieren geführt werden war viel weniger Stress (und baute auch die richtigen Muskeln in der Hüfte auf). Mein Sohn ist kein großer Reiter, aber sportlich genug, um gut zu sitzen und bei plötzlichen „Schreckhüpfern“ zurecht zu kommen. Luna ist im Gelände allerdings kaum schreckhaft, begegnen ihr ungewohnte Dinge, z.B. ein Auto mit klapperndem Anhänger, bleibt sie meist nur stehen, guckt groß, und kann langsam zum Weitergehen motiviert werden. Sicher ist das aber nicht, sie springt auch mal los – vor allem, wenn mein Sohn unvorsichtig war und mit seinen Füßen ihre Vorhand anstupst – ließ sich aber von mir immer halten und bald wieder beruhigen. Mein Sohn hat auch versucht, sie (gebisslos) alleine auf dem Reitplatz zu lenken – das klappte nicht so gut, aber wie gesagt, er ist kein großer Reiter, und mit etwas mehr Übung und Geduld hätten wir sicher weiter kommen können. Luna war bei diesen Experimenten immer freundlich, ihre Haltung und Bewegungen verbesserten sich sichtlich. Mit Mensch auf dem Rücken ließ sie sich plötzlich in zügigem Schritt führen! Und sie trat hinterher den anderen Pferden gegenüber deutlich selbstbewusster auf.
Inzwischen stresst sie das Seitwärts-treiben vom Boden aus auch nicht mehr besonders. Bei allem, was von ihr verlangt wird, sind aber kleine Schritte und eine freundliche Grundhaltung notwendig. Für Luna ist es offensichtlich ein Erfolgserlebnis, wenn sie ihren Menschen richtig verstanden hat, eine Aufgabe erfüllen konnte und gelobt wird. Sie ist klug und lernt manchmal überraschend schnell. Vieles kennt sie auch schon, es ist zu merken, dass sie eine Ausbildung bekommen hat, an der nicht alles schlecht gewesen sein kann. Davon darf ihr Mensch sich aber nicht verleiten lassen, ehrgeizig zu werden: Schon bei geringem Druck wird sie nervös, ängstlich und versteht immer weniger. Was gestern gut geklappt hat, kann heute nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden – sie ist nach wie vor ein schwer traumatisiertes Pferd, das immer wieder da abgeholt werden muss, wo sie am jeweiligen Tage grade steht. Wird sie schonend antrainiert, wird sie nach Prognose des Osteopathen eine/n regelmäßige/n Reiter/in bis 75 kg in allen Gangarten gut tragen können. Und meiner Meinung nach bestehen gute Chancen, dass es ihr Spaß machen würde.

 

Alter: ca. 20 Jahre

Größe: ca. 150 cm

Rasse: unbekannt

Schutzgebühr: 500,00 €