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Traumapferde

Im September 2019 starteten wir die Kooperation mit Beziehung-s-Weise. Luna und ihre Tochter Estrella reisten zu Astrid in ihre Pflegestelle und Luna wird nun langsam an ihre zukünftige Aufgabe als Therapiepferd herangeführt. Luna wird vorrausichtlich aufgrund einer Rückenproblematik nicht reitbar sein, so dass wir uns überlegt haben für sie eine neue Aufgabe zu finden. Als Cotherapeut kann sie vom Boden aus vielen Kindern und Erwachsenen in Zukunft helfen.

Beziehung-s-Weise gUG stellt sich vor:

Beziehung-s-Weise ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich die Errichtung und den Betrieb einer Bildungsstätte für tiergestützte Pädagogik und Bewusstseinsbildung (inkl. artgerechter Haltung und Ausbildung der Therapie- und Assistenztiere) zum Ziel genommen hat. Durchgeführt werden tiergestützte pädagogische, integrative und therapeutische Maßnahmen für alle Menschen, besonders für Kinder und Jugendliche in prekären Lebenssituationen sowie zur Förderung eines selbstbestimmten Lebens im Alter. Alle hierfür notwendigen Arbeiten werden zurzeit ausschließlich ehrenamtlich und ohne Gewinnorientierung durchgeführt.

Im Fokus stehen Bildungseinheiten und Workshops zur Stärkung des Bewusstseins für die Tier-Mensch-Umwelt-Beziehung. Daneben sind Workshops in traditionellen und ökologisch nachhaltigen Handwerkstechniken und Informationsveranstaltungen, Schulungen und Fachtagungen zu relevanten Themen auf dem Gebiet des Tier-, Natur- und Denkmalschutzes, der Landschafts- und Denkmalpflege geplant.

Nach der Gründung am 06.07.2015 nahmen wir unsere tierpädagogische Arbeit mit Kindern auf, die 2016 in eine Kooperation mit den Oldenburger Erziehungsstellen® mündete.

In 2016 haben wir zusätzlich eine Kurzzeitbetreuung für einzelne OLE-Kinder auf unserem Hof angeboten, die stark durch tiergestützte Einheiten geprägt war. Während der Besuche bei "Sunny" konnten die Kinder im Vorfeld unverbindlich die Örtlichkeiten, weitere Tiere und die Betreuungsperson kennenlernen. Die Aussicht auf einen Aufenthalt auf unserem Hof wurde danach meist positiv aufgenommen. Insbesondere die Hunde boten schnell Kontaktmöglichkeiten und emotionale Sicherheit. So wurden ganz unterschiedliche Themen tierpädagogisch bearbeitet: Geschwisterthemen (Hunde), Vorsicht in der körperlichen Annäherung (alle Tiere), angemessener Körperkontakt, Schmusen, artgerechter Umgang und Achtsamkeit für unterschiedliche Bedürfniss (die der Tiere und der eigenen), Spielfreude (v.a. Hunde), Herkunft von Nahrungsmitteln (Eier), Verantwortung übernehmen (Versorgung der Tiere).

Zeitgleich fand die Ausbildung der Hunde statt. Durch regelmäßige Agility-Trainings-Einheiten wurde eine tiefere Hund-Mensch-Beziehung aufgebaut, die in die Arbeit mit den Kindern eingebracht werden konnte.

Neben den bereits 2015 begonnenen Bildungseinheiten  und der Kooperation mit OLE wurden mit Beginn 2016 individuelles Persönlichkeitstraining und Beziehungsarbeit mit Pferden in unser Programm aufgenommen. Ein hervorzuhebendes Projekt war die Begleitung eines besonderen Mensch-Pferd-Teams, eines Rentners mit einem Jungpferd, das sich ganz dem Thema „Selbstbestimmung im Alter“ mit seinen Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen widmete.

Im Juni 2017 startete – nach ausgiebiger Auseinandersetzung über konzeptionelle und organisatorische Fragen - die pferdegestützte psychotherapeutische Arbeit für traumatisierte suchtkranke Frauen. Frauen aus der Fachklinik St. Vitus kommen einmal pro Woche auf unseren Hof. Es zeigt sich sehr schnell, dass nicht nur die Arbeit mit den Pferden eine wichtige therapeutische Rolle spielt: Die naturnahe Gesamtkonzeption des Geländes, sowie die Anwesenheit der Katze und der Hühner und die natürliche Interaktionen zwischen den unterschiedlichen Tierarten bieten Anknüpfungspunkte für die persönlichen Themen der Patientinnen. Wenn z.B. die Hühner beim Füttern der Pferde zwischen diesen herumlaufen, um abfallende Körner aufzupicken, lassen sich in der Beobachtung sehr unterschiedliche Interaktionsmuster der beteiligten Akteure herausarbeiten und verdeutlichen. Auch die Haltungsbedingungen der Therapietiere haben direkte Rückwirkungen auf den therapeutischen Prozess. Die Patientinnen können Tiere in artgerechter Haltung erleben, die im Rahmen notwendiger vorgegebener Grenzen (Zäune...) weitgehend selbstbestimmt ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen. An Hand dessen können neue Konzepte für eigene Selbstbestimmung entwickelt werden, was für traumatisierte Menschen besonders wichtig ist. Auch das Erkennen und Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse fällt in diesem Umfeld leichter, und kann zum Teil direkt im Kontakt mit den Tieren erprobt werden.